Auf dem Foto: Sabine Georg, Andrea Stracke-Knitsch, Barbara Geiss-Kuchenbecker, Kerstin Schöle, Annerose Rohde (v.l.n.r.)

Text: Barbara Geiss-Kuchenbecker

150 faire Rosen in leuchtenden Farben standen zum Verschenken bereit. Wie in jedem Jahr wollten die GRÜNEN Frauen in Erkrath die Blumen zum Weltfrauentag verteilen und dabei darüber informieren, wie sehr die Frauen in Entwicklungsländern davon profitieren können, wenn sie in einer von TransFair zertifizierten Rosenfarm arbeiten.

Die GRÜNEN Frauen hatten sich lange den Kopf darüber zerbrochen, wie das in Zeiten von Corona gehen könnte. Die Pop-Up-Station von TransFair machte es möglich: Die Rosen wurden in ein gelochtes Brett gestellt, sodass Frauen sie sich selbst nehmen konnten.

Bis die gute Idee umgesetzt werden konnte, dauerte es aber einige Zeit: Die einzigen Menschen, die sich auf dem Hochdahler Markt aufhielten, standen in einer langen Schlange an und warteten auf den Einlass in die Läden. Sie wollten auf keinen Fall ihren Platz dort verlassen. Erst allmählich, nachdem sie ihre Einkäufe erledigt hatten, kamen die Hochdahlerinnen an den Stand, um sich eine Rose zu holen.

Aus der Distanz heraus war es für die acht GRÜNEN Frauen – Mitglieder aus dem Stadtrat und Fachausschüssen – nicht immer ganz einfach, das Anliegen der Aktion, faire Blumenfarmen zu unterstützen, mitzuvermitteln. Die meisten freuten sich über die Rose, nahmen noch eine Informationsbroschüre mit, bedankten sich und gingen weiter.

Aber eine ältere Dame blieb kopfschüttelnd stehen: "Warum verschenken Sie denn Rosen aus Kenia? Das ist doch ökologisch gar nicht zu vertreten. Wir haben hier doch genug eigene Blumen." Voller Skepsis betrachtete sie die fairen Blumen. Aber Deutschland kann nur 20 % der Blumen produzieren, die hier gekauft werden. 80% stammen aus Kenia und vielen anderen afrikanischen Ländern. Das war der Hochdahlerin neu.

Nach einem längeren Gespräch über die Chancen des fairen Rosenhandels nahm sie gerne eine Rose und das zur Verfügung stehende Informationsmaterial. "Wo kann man denn die fairen Rosen kaufen?", fragte sie. "Ich bin ja jetzt in Rente, da habe ich mehr Zeit und kann auch da einkaufen, wo es faire Rosen gibt."

"Das Tolle dabei ist: Es ist eine echte Win-win-Situation", sagte Barbara Geiss-Kuchenbecker, die auch Mitglied der Steuerungsgruppe 'Faire Stadt Erkrath' ist. "Die Rosen sind nämlich besonders schön und langlebig. Man tut sich selbst und den Frauen in Kenia etwas Gutes."

Eine große Freude bereitete Kerstin Schöle, Mitglied im Kulturausschuss, den Verkäuferinnen der umliegenden Läden, indem sie sie mit einer fairen Rose überraschte.

Als die GRÜNEN Frauen um 13:00 Uhr ihre Aktion beendeten, waren fast alle Rosen verschenkt und auch vom Informationsmaterial von TransFair blieb wenig übrig. Sie waren sich einig: Trotz der Einschränkungen durch Corona war die Aktion zufriedenstellend. Trotzdem: Alle freuen sich darauf, im nächsten Jahr wieder die Rosen persönlich überreichen und intensiver über den fairen Handel ins Gespräch kommen zu können.

 

Weitere Informationen zum fairen Blumenhandel:

  • 80 % aller Blumen, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus Afrika und Lateinamerika. Überwiegend arbeiten Frauen auf den Blumenfarmen, oft unter furchtbaren Bedingungen: niedrige Löhne, Ausbeutung, gesundheitliche Gefährdungen.
  • Die von TransFair zertifizierten Arbeitsstätten eröffnen den Frauen völlig neue Perspektiven und Lebensmöglichkeiten.

  • Für das Siegel müssen Blumenfarmen klare Kriterien erfüllen:

    Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit und strenge Umweltkriterien. FairTrade hat das Ziel, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten zu verbessern. Dazu gehören feste Arbeitsverträge, Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit, Mutterschutz und klare Arbeitszeitregelungen, Schutzkleidung und Trainings zum sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, deren Verwendung stark reduziert ist. Für die Farmen gelten außerdem strenge Umweltkriterien. Wassersparende Bewässerung, Kläranlagen, Kompost- und Müllmanagement sind ebenfalls Bestandteile der FairTrade-Standards.

    Alles das ermöglicht den Arbeiterinnen auch, ihre Kinder in die Schule zu schicken und ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

     

Faire Blumen in Erkrath:

FairTrade-Rosen gibt es in vielen Läden in Erkrath zu kaufen, erkennbar an ihrem FairTrade-Label. Sie kosten nur wenig mehr als andere Rosen. In der Regel sind sie sehr schön und langlebig und damit ein echter Gewinn für die Produzent*innen und die Käufer*innen.

Auf der Webseite der Stadt Erkrath sind unter dem Stichwort FairTrade alle Läden aufgeführt, die faire Produkte verkaufen (LINK).

Kategorien:News
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