Die Düssel in Alt-Erkrath am 15. Juli (Bild: JDK/GRÜNE Erkrath)

Die Erkrather GRÜNEN fordern von der Stadt grundlegende und nachhaltige Konsequenzen aus der Hochwasser- und Überflutungskatastrophe für die zukünftige Stadtplanung. In einem Antrag, der in den nächsten Sitzungen der zuständigen Fachausschüsse sowie im Stadtrat am 2. September behandelt wird, unterbreiten sie zahlreiche konkrete Vorschläge zur Minderung der Gefahren durch extreme Wetterereignisse und die Anpassung an die nicht mehr zu verhindernden Folgen des Klimawandels. Darüber hinaus sollen alle Planungen der Stadt gestoppt und überprüft werden, die die Überflutungsgefahren in Erkrath noch weiter verstärken würden. Durch eine vorsorgende Planung soll dafür gesorgt werden, dass sich die verheerenden Schäden der vergangenen Wochen nicht wiederholen.

Nach Ansicht der GRÜNEN müssen neben den hauptbetroffenen Grundstücken entlang der Düssel in Alt-Erkrath auch die Stadtteile Hochdahl und Unterfeldhaus in den Blick genommen und Bestandteil eines Gesamtkonzeptes werden. Auch hier sind nach der Starkregengefahrenkarte der Stadt Erkrath (Link siehe Antrag) und der Gefahren- und Risikokarte des Landes (Link siehe Antrag) zahlreiche Gebäude und Straßen überflutungsgefährdet.

Bei den Maßnahmen soll sich die Stadt zukünftig am Prinzip der "Schwammstadt" orientieren. Dieses sieht eine Vielzahl von Maßnahmen vor, u.a. eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, die Entsiegelung von Flächen, die Anlage von zusätzlichen Grünflächen und (Baum-)Rigolen, die Schaffung von Regenwasserzisternen und größeren Retentionsräumen an den Gewässern sowie mehr Gründächer und Fassadenbegrünung.

Entscheidend ist nach Auffassung der GRÜNEN weiter, dass die Stadt Projekte stoppt und unterlässt, die sogar noch zu einer Erhöhung der Überschwemmungsgefahr beitragen würden. Dazu gehören insbesondere die weitere großflächige Versiegelung von Grundstücken, etwa durch die Ausweisung oder Realisierung von neuen Baugebieten wie Erkrath Nord unmittelbar an der Düssel, der Neanderhöhe und an der Schmiedestraße in Hochdahl und weiterer geplanter Baumaßnahmen unmittelbar an Gewässern wie etwa an der Düsseldorfer Straße 1. Notwendige Bauvorhaben wie der Neubau des Gymnasiums in Alt-Erkrath und der Hauptfeuerwache in Hochdahl sollen vor Baubeginn bezüglich ihrer eigenen Betroffenheit und ihrer Auswirkungen auf andere Grundstücke bei Starkregenereignissen überprüft werden.

Peter Knitsch, Vorsitzender der GRÜNEN Ratsfraktion: "Wir hoffen, dass die Hochwasserkatastrophe nun endlich zu einem Umdenken bei Verwaltung und Ratsmehrheit führt und klimaschädliche Entscheidungen in Frage gestellt und geändert werden, die in der Vergangenheit aus Gründen vorgeblicher ökonomischer Notwendigkeit getroffen wurden. Die Ereignisse der letzten Wochen haben gezeigt, dass der wirtschaftliche Schaden unterlassenen Klimaschutzes wesentlich höher ist und zudem – noch wesentlich gravierender – auch ganz unmittelbar das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Bürgerinnen und Bürger bedroht sind."

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